Die Eisklettersaison 2008/2009 - gemeint ist das Sporteisklettern - ist für den Autoren wohl nun zu Ende. Es ist unwahrscheinlich, daß die Temperaturen über einen längeren Zeitraum in den Mittelgebirgen nochmal stark fallen und zur Fahrt in die Alpen fehlt schlicht die Zeit.
Damit kann nun ein Fazit gezogen werden.
Die Saison war erfreulich kalt und somit waren auch im Sauerland sowie im Harz ausreichend Eisfälle bzw. -wände vorhanden. Damit hatten viele im Bezug auf das Sauerland wohl nicht gerechnet, was sich darin zeigte, daß kaum eine andere Seilschaft anzutreffen war.
In Essen wohnend ist natürlich das Sauerland quasi das "Hausgebirge". Daher gingen auch die meisten Fahrten dorthin. Geboten bekam der Kletterer hier einiges. Ob Röhreneis, Blumenkohleis oder glatte Eisrinnen, für jeden Geschmack war etwas dabei. Auch die Härte des Eises variierte in beträchtlicher Weise. Zu guter Letzt gab es dann noch die Möglichkeit des "Schneekletterns".
Wenn man viel Spaß am Eindrehen von Eisschrauben hat, so konnte man im Vorstieg viel Zeit damit verbringen, wobei auch die eigene Kreativität sich durchaus entfalten konnte. Oder man nahm einfach ein ausreichend langes Seil.
Weiterhin kann vermeldet werden, daß eines der letzten Geheimnisse des Alpinismus aufgeklärt werden konnte. Nämlich die Frage, ob es möglich ist mit einfachen Laufschuhen und Leichtsteigeisen im Eis zu klettern. Die Antwort lautet: Ja, wenn man Zehen aus Stahl und viel Kraft in den Armen hat.
Etwas Pech konnte man im Harz haben, wenn man zu spät dran war. Oder wie heißt es so schön: Wer zu spät kommt, den bestraft das Wetter. Treu diesem Motto befanden wir uns mitten in der Tauphase, als wir im Harz eintrafen. Die tiefer gelegenden Wasserfälle waren schon recht instabil und mehr flüssig als fest. Lediglich in höheren Lagen waren die Temperaturen noch optimal, aber dies ändert sich dann recht schnell. Mit großen Gedonner herabstürzende Eiszapfen größeren Gewichtes ließen uns das Klettern schließlich beenden.
Wo ist in der Regel genug Eis vorhanden? Genau, in den Alpen. Also ging es über Karneval ins Allgäu, genauer gesagt nach Bad Hindelang. Die Kenntnis, wie nahezu senkrechter Schnee zu beklettern ist, durften wir in diesem Jahr bereits im Sauerland gewinnen. Am Schleierfall konnten diese Kenntnisse nun gewinnbringend eingesetzt werden.
Ein anderes Bild zeigte die Gaisalpe. Hier war das Eis von hervorragender Qualität und Quantität. Leider wurde der Zustieg durch eine recht merkwürdige Wegführung seitens des Führers unnötig erschwert. Sucht man Gebiete auf, welche einem unbekannt sind, so zahlt man meist viel Lehrgeld. Die fehlende Gebietskenntnis kostet dann oft viel Zeit und Nerven. So war es hier nicht anders.