Relativ unbekannt sind die durchaus akzeptablen Eisklettermöglichkeiten im deutschen Norden, insbesondere in NRW. Dies läßt sich nicht nur an der geringen Besucherzahl der entsprechenden Gebiete erkennen, sondern auch an der jedes Jahr in diversen Foren wiederkehrenden Frage, wo es überhaupt Eisklettermöglichkeiten gebe.
Daher nun einige Hinweise an dieser Stelle.
Eisfälle bilden sich hauptsächlich an Wasserfällen sowie in Steinbrüchen, in
welchen das Grundwasser aufgrund des Abbaus zutage tritt. Benötigt werden natürlich zusätzlich ausreichend
tiefe Temperaturen. Hier gilt die alte Regel: Je Höher der Ort, desto kälter.
Mit diesem Wissen und entsprechenden geographischen Informationen und Kartenwerken steht der Entdeckung
geeigneter Gebiete nichts mehr im Wege.
Sehr schöne und sogar ausdrücklich erlaubte Klettereien finden sich in dieser Region auf engstem Raum. Aktuelle Informationen sind hier erhältlich.
Im Sauerland findet sich der einzige Wasserfall Nordrhein-Westfalens. Der zugehörige Ort heißt passenderweise dann auch "Wasserfall".
In den höheren Lagen gibt es eine Vielzahl von Steinbrüchen in denen sich zum Teil äußerst sehenswerte
Eisfälle bilden. Viele Steinbrüche befinden sich aber noch in Betrieb und das Betreten ist daher
strengstens untersagt. Da ich mich nicht in der Lage sehe die jeweiligen aktuellen Zugangsregelungen
nachzuverfolgen und hier darzustellen, verzichte ich auf eine Darstellung der entsprechenden Gebiete. Der
Interessent ist mit obigen allgemeinen Hinweisen durchaus selbst in der Lage, die Gebiete zu finden.
Einzig der Meisterstein sei erwähnt, da es hier eine offizielle Kletterregelung gibt, auch
wenn sich die Regelung eigentlich auf das Felsklettern bezieht.
Zudem plant - wie zu hören ist - Texel Media in naher Zukunft die Herausgabe eines Eiskletter- führers
NRW. Der diesbezüglich Stand der Dinge ist dort zu erfragen.
Im Winter bildet sich im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Essen eine kleine
Eiswand (aufgrund der geringen Größe lohnt sich hier keine weite Anfahrt) mitten in Essen-Werden auf einer
Meereshöhe von gerade 65 Meter. Dieses oft als "Geheimtip" gehandelte Gebiet ist in Wirklichkeit
der ansässigen Bevölkerung bestens bekannt, da es von weitem sichtbar ist.
In der Nähe gibt es einen Steinbruch, welcher gelegentlich genügend Eis ausbildet, da dieser aber vom
Eigentümer wohl zugeschüttet wird, ist eine nähere Beschreibung überflüssig.
Man wird auch im Westerwald, im Hunsrück, im Taunus, im Elbsandsteingebirge, ... fündig. Wer suchet, der findet.